Liebe Mandanten,

(Stand 17.06.2020)

wir erleben unverändert unsichere Zeiten. Die Krise hält in wesentlichen Bereichen unverändert an. Auch wenn eine gewisse Rückkehr erkennbar ist, wird uns das Thema noch unverändert weiter beschäftigen. Verlässliche positive Nachrichten bleiben mehr als wichtig. Das Positive vorab: Diese Zeit wird enden. Nur wissen wir alle noch nicht, wann das herbeigesehnte Ende kommt.

Als Berater beschäftigt uns natürlich das Thema, wie können wir Euch/Sie als Unternehmer unterstützen? Liquidität und Zahlungsfähigkeit bleiben die beherrschenden Fragen. Gewinne und Kosten sind nicht in unserem Fokus.

Informationen über Finanzhilfen sind im Netz unbegrenzt verfügbar. Wir wollen daher mit diesem Blog in gebotener Kürze unseren Kenntnisstand als Anstoß aufgeben. Es geht uns darum, Themen und Möglichkeiten zu vermitteln. Lange Texte zu technischen Abläufen wollen wir uns sparen. Wer in Krisenzeiten Kosten sparen muss, kann sich heutzutage gut selbst informieren und sollte nicht zusätzliche Beratungskosten auslösen. Wer als Unternehmer aber die Arbeiten gerne in professionelle Hände legen möchte: Wir können Ihnen/Euch alle Punkte gerne im persönlichen Gespräch erläutern. Das ist unser Angebot für Sie/Euch.

Zu jedem Abschnitt folgen eine Themenbeschreibung und anschließend unsere persönliche Meinung als Unternehmer. Bitte beachtet, dass dies keine abschließende Beratung, sondern nur Denkanstöße sind. Was ist möglich

  1. Reduzierung der Umsatzsteuer
  2. Steuerliche Erleichterungen
  3. Überbrückungshilfe für Unternehmen
  4. Kurzarbeit
  5. Stundung von Steuerzahlungen
  6. Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen
  7. Finanzierungen und Darlehen
  8. Motivation von Mitarbeitern – steuerfreie Bonuszahlungen

Den Punkt zur Aufhebung der „Corona bedingten Aufhebung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30.09.2020“ haben wir hier extra nicht aufgenommen. Wir stehen das gemeinsam durch und müssen uns dann auch mit dieser (sicherlich sinnvollen) Maßnahme nicht beschäftigen.
Der Blog wird von uns laufend auf seine Aktualität überprüft. Dennoch kann es aufgrund der schnellen Veränderung vorkommen, dass ein Thema noch nicht den letzten Stand hat.

Reduzierung der Umsatzsteuer

Der administrative Aufwand ist enorm

Im Rahmen eines laufenden und noch nicht umgesetzten Gesetzgebungsverfahrens soll mit Beschluss vom 29.06.2020 und mit Wirkung zum 01. Juli 2020 (also 2 Tage nach Verkündung) das zweite Gesetz zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona Krise beschlossen werden. Kernstück des Gesetzes ist die zeitlich befristete Reduzierung der Umsatzsteuer von bis her 19% auf 16% bzw. von 7% auf 5%.

Das Thema wirkt auf den ersten Blick recht einfach. Der administrative Aufwand ist jedoch enorm. Wir empfehlen dringend, sich in den nächsten Tagen mit der Umsetzung zu beschäftigen, da die Umstellung in den meisten Fällen sowohl eine Anpassung der EDV-Systeme wie auch der Unternehmensprozesse (z.B. Prüfung der Eingangsrechnungen vor Zahlung) erfordert. Eine Umstellung im Juli dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit schwierig werden.

Hier die Eckpunkte:

  • Die Umsatzsteuersätze werden in der Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 2020 gesenkt. Damit ist für Unternehmer nicht nur eine Umstellung zum 1. Juli, sondern auch eine erneute Umstellung zum Jahreswechsel 2020/2021 erforderlich
  • Die Höhe des Steuersatzes richtet sich nach den zugrundeliegenden Verträgen, damit nach dem Zivilrecht. Eine pauschale Aussage über die Anwendung ist nicht möglich, da die einzelnen Vertragstypen analysiert werden müssen. Grundsätzlich gilt aber: Das Rechnungsdatum ist für den maßgebenden Umsatzsteuersatz vollkommen irrelevant. Es kommt ausschließlich auf den Zeitpunkt der Lieferung oder Leistung nach den Vorschriften des Umsatzsteuergesetzes an!

    Wir haben die Grundzüge auf einem Musterblatt dargestellt welches wir Ihnen auf Anfrage per Telefon / E-Mail gerne übersenden.

  • Die Umstellung hat in vielen Fällen auch Auswirkungen auf bereits ausgestellte ggf. sogar bereits bezahlte Rechnungen: Zum Beispiel müssen bereits ausgestellte Jahresrechnungen ohne monatliche Teilleistungen vollständig neu erstellt werden. Anzahlungs- und Abschlagsrechnungen müssen entweder berichtigt oder deren Abzug in der Schlussrechnung auf die neue Rechtslage angepasst werden
  • Künftig müssen Eingangsrechnungen vor ihrer Bezahlung insbesondere auf den neuen Umsatzsteuerausweis kontrolliert werden. Dies erfordert zusätzliche Prozessschritte. Die Finanzämter erstatten bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmern nur den ordnungsgemäßen Vorsteuerbetrag, nicht die zu Unrecht von Lieferanten berechnete und bezahlte Umsatzsteuer.
  • Nicht vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmer können von dem reduzierten Steuersatz profitieren: Werden Leistungsbezüge oder Lieferungen erst im 2. Halbjahr 2020 bzw. bis zum 31 Dezember 2020 bezogen, findet der Steuersatz von 16% Anwendung. Dies erspart Kosten von 3%-Punkten

Steuerliche Erleichterungen

Können zur Schonung von Liquidität beitragen

Im Rahmen des gleichen laufenden und noch nicht umgesetzten Gesetzgebungsverfahrens sollen auch weitere steuerliche Erleichterungen beschlossen werden. Diese haben geringere finanzielle Auswirkungen, können jedoch zur Schonung von Liquidität beitragen. Hierzu einige Beispiele:

  • Wiedereinführung der degressiven Abschreibungen für Investitionen in den Jahren 2020 und 2021
  • Erweiterung des Verlustrücktrages für 2020 und 2021 einschließlich deren vorzeitiger Nutzung in der Steuererklärung 2019
  • Verlängerung der Fälligkeit der Einfuhrumsatzsteuer

Überbrückungshilfe für Unternehmen

Die Überbrückungshilfe können kleine und mittelständische Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen beantragen!

Die Bundesregierung hat am 12. Juni 2020 ein weiteres Soforthilfeprogramm mit erneut direkter Auszahlung an die Betroffenen. Die Überbrückungshilfe können kleine und mittelständische Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen beantragen! Die ursprünglich geplante Begrenzung auf ausgewählte Branchen ist nicht umgesetzt worden. Damit kann nahezu jedes Unternehmen, welches die Voraussetzungen erfüllt, die Überbrückungshilfe beantragen. Die Überbrückungshilfe wird zur Abdeckung der Fixkosten der Monate Juni bis August 2020 gezahlt und beträgt

Für Unternehmen bis zu 5 Beschäftigten
€ 9.000

Für Unternehmen bis zu 10 Beschäftigten
€ 15.000

Für andere Unternehmen maximal
€ 150.000

Die Höhe der Überbrückungshilfe ist gestaffelt nach der Höhe des Umsatzeinbruches in den Monaten April und Mai 2020 im Vergleich zum Vorjahr. Die Antragstellung ist ausschließlich mit Unterstützung durch Steuerberater und Wirtschaftsprüfer möglich, die auch die Richtigkeit der Angaben bestätigen und prüfen müssen. Weitere Details finden Sie hier: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/ueberbrueckungshilfe-1759738

Auch für dieses Programm gilt, dass eine Kumulierung mit anderen Beihilfen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, aber auch mit bestehenden Beihilfen möglich ist.

Hinweis: Das ursprüngliche Corona Soforthilfeprogramm für kleine Unternehmen und Solo Selbständige ist zum 31. Mai ausgelaufen. Eine Antragstellung ist nicht mehr möglich

Kurzarbeit

Kündigen in Zeiten, in denen Arbeitnehmer den Wert des Unternehmens darstellen?

Soweit Unternehmer ihre Mitarbeiter nicht mehr beschäftigen können, stellt sich die Frage der Kündigung? Dies in Zeiten, in denen Arbeitnehmer den Wert des Unternehmens darstellen? Daher hat die Bundesregierung kurzfristig die Kurzarbeit für eine größere Gruppe von Unternehmen nutzbar gemacht.

  1. Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben.
  2. Anfallende Sozialversicherungsbeiträge werden für ausgefallene Arbeitsstunden zu 100 Prozent erstattet.
  3. Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können ebenfalls in Kurzarbeit gehen und haben Anspruch auf Kurzarbeitergeld.
  4. In Betrieben, in denen Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten verzichtet.

Der Unternehmer kann somit flexibel die Arbeitszeiten prozentual anhand des Auftragsbestands steuern. Geschlossene Filialgeschäfte können die Kurzarbeit mit 100% nutzen; andere können bestehenden Auftragsbestand bearbeiten und vielleicht für 20% der Zeit Kurzarbeit anmelden. Wichtig ist, dass im Rahmen der Kurzarbeit die Arbeitnehmer nicht bei der Arbeit sind.

Arbeitnehmer ohne Kinder erhalten für die Zeit der Kurzarbeit 60% ihres aufgrund der Kurzarbeit ausgefallenen Nettoarbeitslohn; mit Kindern erhöht sich der Anspruch auf 67%.

Wichtig ist: Die Änderungen sind bereits am 13. März 2020 Gesetz geworden und rückwirkend zum 1.März anwendbar. Die besonderen Vorschriften sind befristet bis zum 31. Dezember 2021. Die Anzeige kann durch den Unternehmer selbst elektronisch erfolgen. Die Anzeige ist aber zwingend erforderlich und formale Voraussetzung für die spätere Zahlung von Kurzarbeitergeld (KUG). Sollten die Systeme überlastet sein, kann dies auch (wer es noch hat) per Telefax erfolgen.

Technisch erfolgt die Abrechnung der Kurzarbeit über die laufende Lohnabrechnung. Das heißt der Arbeitgeber hat neben dem laufenden Arbeitslohn auch das Kurzarbeitergeld an den Arbeitnehmer auszuzahlen! Anschließend erhält der Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld vom Arbeitsamt erstattet. Dies kann aber Liquiditätsprobleme auslösen, da Lohnzahlungen und KUG Erstattung sicherlich nicht zeitlich parallel erfolgen werden!

Thomas Schwarz: „Vor einigen Wochen habe ich mich mit Mitarbeiterbindung und Entgeltoptimierung beschäftigt. Jetzt plötzlich Kurzarbeit. Ich höre von meinen Kunden immer: Die Krise kann man nur gemeinsam überstehen und hoffentlich sind alle Mitarbeiter dann noch an Bord. Daher der Hinweis: Kurzarbeit beantragen ist ein gutes Mittel, nutzt es als Arbeitgeber. Wenn es aber für den Unternehmer finanziell möglich ist, kann man den Auszahlungsbetrag für den Mitarbeiterwährend der Kurzarbeit aufstocken! Von 60% des aufgefallenen Nettolohns können viele Arbeitnehmer nicht leben. Der Arbeitgeber kann daher den Betrag selbst aufstocken ohne dass das Kurzarbeitergeld gekürzt wird!“

Stundung von Steuerzahlungen

Viele Steuerzahlungen können gestundet oder Vorauszahlungen herabgesetzt werden

Soweit Unternehmen von der Corona Krise betroffen sind können nach derzeitigem Standviele Steuerzahlungen entweder zinslos gestundet oder auf Antrag Vorauszahlungen herabgesetzt werden. Dies betrifft:

  1. Vorauszahlungen und Abschlusszahlungen zur Körperschaftsteuer
  2. Vorauszahlungen und Abschlusszahlungen zur Gewerbesteuer
  3. Vorauszahlungen und Abschlusszahlungen zur Einkommensteuer
  4. Umsatzsteuer
  5. Die Sondervorauszahlung zur Umsatzsteuer 2020 kann auf Antrag herabgesetzt werden. Sich ergebende Guthaben werden – vorbehaltlich der Verrechnungsmöglichkeit mit fälliger Lohnsteuer – ausgezahlt.

Die Finanzverwaltungen sind gehalten, Ermessensspielräume sehr großzügig auszulegen. Auf einen gutbegründeten Antrag, der sich auf Schwierigkeiten der Corona Krise beziehen muss, wird eine Herabsetzung oder Stundung mit Sicherheit gelingen. Hierzu haben die Finanzverwaltungen für ein vereinfachtes und beschleunigtes Verfahren entsprechende Antragsmuster auf ihren Webseiten veröffentlicht, die per E-Mail vom Steuerpflichtigen persönlich einzureichen sind.

Eine Stundung der Lohnsteuer ist nicht möglich, da es sich um die Steuer des Arbeitnehmers und damit um Lohnbestandteile handelt.

Anke Surborg: Nutzen Sie alle Möglichkeiten zur Liquiditätsschonung, da nichtabsehbar ist, wie lange die Krise anhält. Gleichzeitig ist aber zu beachten: Eine Stundung heißt nur dass die Zahlung später fällig wird. Nicht dass sie entfällt. Daher Stundungen nur beantragen, wenn dies finanziell erforderlich und die spätere Zahlung auch einplanbar und möglich ist.

Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen

Eine Stundung von Sozialabgaben schafft in jedem Fall Liquidität. Aber Vorsicht

Grundsätzlich können Sozialversicherungsbeiträge gestundet werden, wenn die Einziehung eine erhebliche Härte für das Unternehmen darstellen würde. Hierzu ist ein Antrag mit ausreichender Begründung an die jeweilige Krankenkasse als zuständige Einzugsstelle zu richten. Die Verlautbarung der Sozialkassen hat folgenden Inhalt:

  • Auf Antrag des Arbeitgebers konnten die Beiträge zunächst für die Monate März und April 2020 gestundet werden. Stundungen waren längstens bis zum Fälligkeitstag für die Beiträge des Monats Juni 2020 zu gewähren. Vorrangig müssen allerdings die mit dem "Gesetz zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für Kurzarbeitergeld“ sowie mit der „Verordnung der Bundesregierung über Erleichterungen der Kurzarbeit“(Kurzarbeitergeldverordnung –KugV) geschaffenen Entlastungsmöglichkeiten in Anspruch genommen werden.“
  • Diese Stundungsmöglichkeit wurde nun unter geänderten Rahmenbedingungen bis zum 30. September 2020 verlängert.
  • Wird eine Stundung bewilligt, werden grundsätzlich Stundungszinsen berechnet. Im Rahmen der Pandemie wird auf Stundungszinsen weiterhin verzichtet, sofern den Sozialversicherungsträgern für bereits bislang gestundeten Beiträge eine Ratenzahlung angeboten und eingehalten wird. Wird keine Ratenzahlung angeboten und eingehalten, werden nun Stundungszinsen erhoben. Einer Sicherheitsleistung bedarf es weiterhin nicht.

Thomas Schwarz: Eine Stundung von Sozialabgaben schafft in jedem Fall Liquidität. Aber Vorsicht bei der Stundung: Wer Beiträge stunden lässt, muss in einem nahen Zeitpunkt die Sozialversicherungsbeiträge für alle Monate in einem Zuge entrichten. Dies muss in der Liquiditätsplanung berücksichtigt werden. Und wer Darlehen oder Finanzierungshilfen beantragt, muss dies in den Zahlungsplänen für den Antrag ansetzen

Finanzierungen und Darlehen

Die KfW übernimmt im Verhältnis zur Hausbank 80% bis 100% des Risikos.

Insgesamt machen wir noch teilweise die Erfahrung, dass Kreditanträge noch nicht so schnell bearbeitet werden können, wie die wirtschaftliche Situation es erfordert. Auch die Mitarbeiter der Hausbanken müssen mit den Anfragen und der Situation zu Recht kommen. Einige Banken haben daher eine elektronische Beantragung eingerichtet.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau hat ein großes Programm zur Finanzierung von Unternehmen mit Darlehen aufgesetzt(https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html). Die Darlehensmittel müssen aber zwingend über die Hausbank beantragt werden. Eine direkte Antragstellung bei der KfW ist unverändert nicht möglich!

Die KfW übernimmt im Verhältnis zur Hausbank je nach Anzahl der Mitarbeiter bis zu 100% des Risikos.

Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern

Der KfW-Schnellkredit 2020 fördert Anschaffungen (Investitionen) und laufende Kosten (Betriebsmittel) und ist für die Hausbank zu 100 % durch eine Garantie des Bundes abgesichert. Das erhöht deutlich die Chance, eine Kreditzusage zu erhalten. Die Eckpunkte sind:

  • Förderkredit für Anschaffungen und laufende Kosten
  • keine Risikoprüfung durch die Hausbank
  • maximaler Kreditbetrag: bis zu 25 % des Jahresumsatzes 2019 und bei Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten maximal € 500.000 bzw. bei Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten maximal € 800.000
  • Laufzeit bis zu 10 Jahre Zeit (bis zu 2 Jahre keine Tilgung)
  • Voraussetzung: Im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019 wurde ein Gewinn erzielt, wobei der maßgebende Gewinn nach einer besonderen Formel der KfW berechnet wird. Dies eröffnet vielen Unternehmen eine Kreditgewährung, auch wenn auf den ersten Blick vielleicht diese Bedingung nicht erfüllt ist!

Unternehmen mit bis zu 10 Mitarbeitern

Die Hausbanken können Kredite unter Absicherung von 80% bzw. 90% ihres Risikos durch eine Bürgschaft der KfW gewähren. Damit verbleibt beiden Hausbanken ein Restrisiko von 10% bzw. 20%, welches die Beantragung für alle Beteiligten aus dem Mittelstand derzeit erschwert. Nachfolgend auch hier die Eckpunkte:

Der Kredithöchstbetrag ist begrenzt auf

  1. 25 % des Jahresumsatzes 2019 oder
  2. das doppelte der Lohnkosten von 2019 oder
  3. den aktuellen Finanzierungsbedarf für die nächsten 18 Monate bei kleinen und mittleren Unternehmen bzw. 12 Monate bei großen Unternehmen

Wenn ein Unternehmen mindestens 3 Jahre am Markt aktiv ist bzw. zwei Jahresabschlüsse (Geschäftsjahr und Vorjahr) vorweisen kann, ist ein Kredit für Investitionen und Betriebsmittel möglich.

Zusätzlich zur KfW gibt es für den Standort Hamburg „Rettungsdarlehen“ für Betriebsmittel bis zu € 250.000 für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die durch die Corona-COVID-19 Krise in Liquiditätsschwierigkeiten geraten sind aus dem Programm „Hamburg Kredit Liquidität (HKL“). Weitere Informationen sind hier zu finden: https://www.ifbhh.de/magazin/news/coronavirus-hilfen-fuer-unternehmen.

Thomas Schwarz: Wie bei jedem Kredit wird es auch hier wichtig sein, eine nachvollziehbare, plausible und realistische Planung der Hausbank vorzulegen. Die Planung in Zeiten der Corona Krise ist natürlich mit erheblichen Unsicherheiten belegt. Dies muss im Antrag ersichtlich werden. Auch sollte die Planung – wie auch in Zeiten vor der Krise– die Möglichkeiten der Rückzahlung aufzeigen.

Motivation von Mitarbeitern – steuerfreie Bonuszahlungen

Bonuszahlungen bis zu € 1.500,00 steuerfrei und sozialversicherungsfrei

In einer Krise gibt es immer zwei Seiten: Ein Unternehmen ist geschlossen und von der Existenz bedroht. Ein anderes Unternehmen, weiß nicht wie es den plötzlichen Arbeitsanfall bewältigen soll. In beiden Fällen ist es umso wichtiger, die Mitarbeiter zu motivieren und zu binden

Das Bundesfinanzministerium hat in einer Pressemitteilung veröffentlicht, dass einmalige, zusätzlich zum laufenden Arbeitslohn gezahlte Bonuszahlungen bis zu € 1.500,00 steuerfrei und sozialversicherungsfrei gezahlt werden können (https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/ Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2020/04/2020-04-03-GPM-Bonuszahlungen.html). Die Sonderzahlungen müssen im Zeitraum zwischen dem 1. März und dem 31. Dezember 2020 gezahlt werden. Während in der politischen Diskussion dies ursprünglich auf das medizinische Personal beschränkt werden sollte, ist die Pressemitteilung unerwartet umfassender und schließt alle Beschäftigten ein. Vor der Auszahlung empfehlen wir das weitere Gesetzgebungsverfahren abzuwarten, um mögliche spätere Risiken auszuschließen.